Je höher die Subventionen, desto höher das Leid?

Von oben fotografierte Füße und Unterschenkel in Glitzersocken und Arbeitshose, neben grünen Gummistiefeln auf rustikalem Holzboden
Wessen Schuhe wählst du?

Agrarsubventionen – Generalstreiks – Höfe-Sterben – Lebensqualität – Naturschutz

Was braucht es hier wirklich?

Eines wird immer deutlicher, es scheint allen gleich schlecht zu gehen: Landwirten, Angestellten (nicht nur der DB), Handwerkern, Logistikern, Familien, Rentnern, Ärzten, Patienten etc. 

In erbitterten Diskussionen in den Sozialen Medien versucht jeder gerade sein Leid als das Größere darzustellen und vergisst dabei hin- und wieder: wir sind alle miteinander verbunden. 

Unsere Gesellschaft, nicht nur in Deutschland und Europa, ist ein hochkomplexes System, sogar überreguliert oder gerade durch die Hyperregulation so geschwächt.

Was braucht es hier wirklich um eine nachhaltige Verbesserung, heißt hier: über eine Legislaturperiode hinaus,  für die Gesellschaft und damit auch für die Wirtschaft zu erreichen?

Denn so langsam sollte es auch dem letzten Wirtschaftsmagnaten aufgehen, dass man eine Zitrone nur 1x auspressen kann und dann keine neuen Zitronen mehr nachwachsen. Wohin dann mit dem Tequila?

Im Ernst: wie kann es gehen, dass eine gesunde Gesellschaft, gesund wirtschaftet und im Einklang mit einer gesunden Natur lebt? Was braucht es dafür kurz-, mittel- und langfristig?

Wie wäre es, jedem Menschen zunächst den Staffelstab für sein eigenes Leben wiederzugeben und zu fragen: 
Wenn du von allen Zwängen befreit wärst, wie würdest du dann leben wollen?

Und keine Sorge: In Wahrheit, gehört „arbeiten“ zu den Grundbedürfnissen des Menschen.

Ein Mensch will in Verbundenheit mit mindestens seiner Familie und/oder Peergroup sich als sinnvoll tätiges Wesen erfahren und ausdehnen/wachsen. 

 

Das ist etwas, was wir von den Landwirten lernen können, die ihrer Arbeit prinzipiell so gerne nachgehen, dass sie, ohne zu murren, 70 statt 35 Stunden pro Woche arbeiten. 

Sie erleben erstmal direkten täglichen „Erfolg“, wenn alle Kühe gemolken/alle Tiere gefüttert/die Felder beackert, gemäht, gemulcht/ausgesät/Heu gemacht/abgeerntet /die Produkte zu „sinnvollen“ Preisen verkauft sind. 

Bei anders anstrengenden Tätigkeiten, die unter Umständen mehr Monotonie und/oder mehr direkte Sorge und Verantwortung für das Wohl anderer Menschen erfordern, braucht es andere „Erfolge“. Und wir wissen seit Jahrzehnten aus diversen Studien und der Empirie, dass fühlbare Sinnhaftigkeit mehr Wert ist als ein hohes Gehalt. 

Und darüber steht das Bedürfnis, am Ende des Tages von all der Arbeit gut leben zu können. Was etwas anderes ist als nur „über die Runden zu kommen“. 

 

Was aber braucht es für dieses Gefühl des guten Lebens?

 

Nicht nur Geld. Es braucht Wahlfreiheit. Es braucht das Gefühl, dass jemand wählen kann. Es braucht das Gefühl, dass jemand wählen kann, seinen Feierabend genießen zu können, in welcher Form auch immer, statt noch 2-3 Jobs machen zu müssen, um Essen kaufen, den dringend benötigten Urlaub machen oder nächsten Sommer die Schulausstattung für die Kinder oder auch nur Winterstiefel für ein Kind kaufen zu können. 

 

Immer mehr Menschen sind von den Forderungen aus dem Außen überfordert.  Es müssen ja nicht nur Rechnungen bezahlt, sondern in jedem Bereich immer mehr Bürokratie beantwortet werden. 

 

Die wahrgenommene Wahlfreiheit wird immer weniger. 

Egal, ob Vorsorgeuntersuchungen der Kinder, Impfen, Unterrichtsform, Unternehmensgründung, erschwingliche oder nachhaltige Produkte, Tagesablauf, Zeit für sich, die Familie, Freunde (also um das Urbedürfnis nach Verbundenheit) – es besteht ein Missverhältnis von sinnhaftem und sinnlichem Tun in Lebendigkeit statt Erledigen und Funktionieren.

Wann arbeiten Menschen wohl effizienter?!

 

Was, wenn wir Menschen wieder mehr zur Wahlfreiheit und Eigenverantwortung anleiteten, in dem wir mehr Fragen stellen, Raum geben und weniger bewerten?

 

Was ist dann hier noch alles möglich?

 

#agrardiesel #agrarsubention #streiks #demonstration #lebensqualität #klimawandel #nachhaltigkeit #innovation #lösenstattlabern #werfragtderführt 

 

Die Autorin lebt seit Sommer 23 abwechselnd im Rheinland und an der Niederelbe, wo sie, als Stadttussi, sich in einen Landwirten und das Leben auf dem Land verliebt hat. 

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