Mütter brauchen Märchen

Foto Tanja Deuß knupserfarben.de
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Kinder brauchen Märchen, titelte vor vielen Jahren der Psychologe Bruno Bettelheim. Das ist nur Teil der Wahrheit. Ganz wahr ist, dass wir alle, jeder Mensch, jeden Alters Geschichten und Heldenreisen liebt. Märchen geben uns Hoffnung, Mut und Kraft jeden Tag aufs Neue gegen das Böse zu kämpfen. Und seien es die Dämonen in unserem eigenen Kopf.

 

Seit ich lesen kann, haben mich ungezählte Geschichten in ihren Bann gezogen. Ich konnte nie genug davon bekommen. All die „5-Freunde“, „Hanni und Nanni“, „Burg Schreckenstein“ Bände unserer Bücherei, die ich in der Grundschulzeit verschlungen habe. Später die Fantasyromane „Von Stein und Flöte“, „Märchenmond“ und natürlich meine geliebtes „Nebel von Avalon“. 

 

Ja, ich gebe es zu. Ich bin eine Chimäre aus Hohepriesterin, Kräuterhexe, kriegerischer, Motorrad fahrender Amazone mit einem Hauch Artemis und eine stolze weibliche Version von König Artus. Gerechtigkeit für alle! ^.^

 

Und wie für viele Andere waren und sind diese Geschichten ein Zufluchtsort für mich. Unsere Seele liebt diese Bilder, die mittels Sprache gezaubert werden. Diese Orte, wo alles möglich ist und das Unglaubliche geschieht. Wo Schlachten verloren, Kriege gewonnen, Menschen befreit und geheilt werden. Wo selbst der seltsamste, unperfekteste Mensch ein Held sein kann.

 

Als mir dann als junge Erwachsene das Buch „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés in die Hände fiel, natürlich genau zum richtigen Zeitpunkt, verstand ich mich und meine tiefe Sehnsucht endlich.

 

Wir Frauen sind so. Wir sind wild und dunkelgrün wie ein alter Wald, in uns fließen Zauberbäche aller Arten. Wir können heilen und magische Lieder summen. Wir gebären Leben und hegen es um es der Welt zum Geschenk zu machen. 

 

Martin Buber sagte so schön „Der Mensch wird am Du zum Ich.“, was bedeutet, dass wir im Dialog, im Austausch mit unseren Mitmenschen verstehen, was uns wichtig ist oder auch nicht, was uns ausmacht, welche Stärken und Schwächen wir haben. Auch Märchen können dieses Du sein. Sehr subtil träufeln sie uns Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen und Vorgehensweisen ein. Und das nicht nur, wenn wir 4 oder 5 Jahre als sind, sondern auch noch mit 50 und älter. 

 

Deshalb nutze ich Märchen auch in meinen Coachings, Bilder ja sowieso. Damit erreichen wir auch die un- und unterbewussten Bereiche unserer Seele. All das Ungesagte, Ungefühlte und Ungesehene. Denn erst, wenn du für dich und andere wieder sichtbar und aus dem verzauberten Spiegel hervorgetreten bist, kannst du dein Reich und deine Macht für dich beanspruchen. 

 

Sei wie eine Königin und lebe frei!

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Kommentare: 1
  • #1

    melly (Donnerstag, 04 Juli 2019 22:43)

    sehr schön beschrieben, meine liebe! bis auf "sehnsucht verstehen mit der wolfsfrau" - daran hab ich mich schon mehrmals versucht, aber zu diesen märchen / übersetzungen finde ich keinen zugang :(
    ansonsten - die nebel von avalon könnte ich mal wieder lesen, ewig ists her, aber ich erinnere mich an meine begeisterung beim damaligen lesen. gute idee ☆ danke ♡

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