Digital Natives? Ich bin eine Digital Mom!

Photo by Avel Chuklanov on Unsplash
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Sie nähen, backen, kochen gesund, stricken niedliche Tierchen, gestalten ein gemütliches Nest, geben liebevoll Tipps und virtuelle Streicheleinheiten und das ganze online. Es sind die Mütter, die aus den sozialen Medien nicht mehr wegzudenken sind. Nicht, weil sie dort ihre Kinder, die sog. Digital Natives stalken, sondern weil sie als #mompreneur #fempreneur #digitalwoman oder schlicht als #unternehmerin die berühmt berüchtigten "kleinen Familienunternehmen" führen, die teilweise Millionen schwer sind.

 

Als ich vor 17 Jahren mit meinen ersten unternehmerischen Schritten im Internet angefangen hatte, habe ich sogar noch versucht meinen ersten Blog in einem Editor selbst anzulegen. Hab mir dann aber doch eine Website von einem Freund programmieren lassen und dort versucht, die Artikel einzuführen. Ich wollte damals schon interaktive erlebnisreiche Websites, wie sie dann mit Flash Wirklichkeit wurden und ich habe mir von A wie Bildbearbeitung mit Adobe Produkten bis Z wie SEO alles selbst beigebracht, teilweise noch aus Büchern, denn Youtube war damals noch lange nicht so stark. Und das alles neben inzwischen 4 Kindern, '97, '99, '05, '13 geboren, also echten Digital Natives. 

 

Tatsächlich tummeln sich meine Großen in Sphären der digitalen Welt herum, die mir fremd sind und wo es mich zur Zeit nicht hinzieht - Discords und twitch, nebst allen möglichen  und unmöglichen Multiplayer-Online-Spielen.

 

Ich hab auch mal gespielt. 1997 - den Klassiker "Tomb Raider". Und habe sofort erkannt, dass ich mich darin verlieren könnte und entschieden, dass ich mich lieber um meine Tochter und meine Karriere kümmere. Btw von den ersten Onlineshops damals war ich total enttäuscht. Ich hatte mir die Shops vorgestellt, wie sie heute in Spielen erfahrbar sind - mit 3 D Grafik und Avataren ... Inzwischen empfinde ich das Internet als Fluch und Segen gleichermaßen. Ich könnte gut und gerne den ganzen Tag damit verbringen, meine Kinder von der Reizüberflutung abzuhalten, ihnen das echte Leben zu erklären und analoge Beschäftigungsalternativen vorzuschlagen. Stattdessen beschäftige ich mich jedoch viel lieber damit, die Customerexperience für die Besucher meiner Accounts und Onlinekurse bereichernd und federleicht gleichermaßen zu gestalten. 

 

Aktuell bin ich noch eine One-woman-show - wie so viele von uns. Egal, was wir mal als Beruf gelernt haben, wir kümmern uns um die Erstellung von Bildern, richtiges Texten fürs Online Marketing, bauen Sales Funnel, investieren ständig in unser Erfolgs-Mindset, rise by lifting others, tanzen für die Reichweite unsere Tiktoks und Reels, lernen Rhetorik und Sprechen für unsere Youtubes oder Podcast, lassen uns vom "Langhaarigen Buchhalter" (unbedingste Werbung) zeigen, wie der Papierkram in kürzerer Zeit erledigt ist und so ganz nebenbei dürfen wir seit bald über zwei Jahren noch die rundum Kinderbetreuung, die verstärkte psychologische Betreuung und das Homeschooling unserer Kinder wuppen. 

 

Für all das bekommen wir keine Millionen oder gar Millarden Equity Captial von riskikofreudigen Investoren. Warum eigentlich nicht? Denn so manches #mombusiness ist bereits Millionen schwer oder könnte es sein, wenn es ein unterstützendes Team von Grafikern, Marketingmenschen, Ton- und Lichttechnikern, Foto- und/oder Videografen gäbe um all die Ideen umzusetzen, die Mütter offensichtlich wie Taschentücher für Rotznasen aus dem Ärmel zaubern. 

 

Meines Erachtens ein völlig übersehenes und unterschätzes Marktpotenzial. Denn am Ende zählt das Gefühl. Das Gefühl ein schönes Produkt in den Händen halten zu können, sie es gekauft oder nach online Anleitung selbst gestaltet, das Gefühl im Lockdown nicht mit Erziehungsproblemen alleine zu sein, die Erleichterung, nicht mehr oder gerade stundenlang in der Küche leckeres Essen für 3 bis 13 Köpfe zu "zaubern". Jeder Marketer weiß, dass wir aush dem Gefühl heraus kaufen, wenn auch unbewusst (Eisbergtheorie der Kaufentscheidung).

 

Ich jedenfalls bringe meinen Verlag dieses Jahr aus der guten Kinderstube groß raus und wer weiß, vielleicht sogar nächstes Jahr an die Börse, denn meine Kinder sind inzwischen auch schon groß und werden bald #digitalparents - eine neue Generation Kunden für mich ^.-

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