Wem gehören eigentlich deine Kinder?

Das Selbstbewusstsein von Frauen und Müttern wächst. Als Angestellte haben wir auf dem Papier die gleichen Rechte wie unsere männlichen Kollegen, tatsächlich hinkt jedoch die Bezahlung hinterher.

 

Frauen, die irgendwann Kinder in die Welt setzen sind, ausgerechnet in einem Land wie Deutschland, von Armut bedroht bzw. müssen mit Minijobs und Hartz iV nicht nur sich selbst durchbringen sondern auch noch die Kinder - unsere zukünftige Gesellschaft - und landen dann in der Altersarmut.

 

Die Coachin Rosita Kraus fordert auf Instagram ein Müttergehalt. Zahlbar von den Vätern. 

 

Aber sind Kinder tatsächlich unser Privatvergnügen?

 

Ich bin definitiv dafür, dass wir Eigenverantwortung übernehmen. Das tut auch der Gemeinschaft gut - wenn jeder für sich selbst sorgt, ist für alle gesorgt ... quasi. 

 

Aber es hat immer schon und wird es immer geben, Menschen, die nicht für sich selbst sorgen können. KÖNNEN. Ich rede nicht von Menschen, die sich selbst aufgegeben haben und gerne als Harzer leben. Jeder gesunde Mensch will überleben und Teil einer Gemeinschaft sein. 

 

Kinder können noch nicht sofort für sich selbst sorgen. Also kümmern sich die Eltern. Jeder leistet seinen Beitrag durch Fürsorge, Trost, Hilfestellungen, Anleitungen, Liebe, Nahrung, Kleidung, Geld für Wohnen, Essen, Kleidung, Werte, Vorbild.

 

Wir bekommen Kinder, weil der Mensch fortbestehen will. Jede Gesellschaft braucht für ihren Fortbestand Kinder - nicht nur um völlig veraltete Rentensysteme aufrechtzuerhalten. Deutschland hat die Flüchtlinge nicht nur aus reiner Menschenliebe aufgenommen, sondern weil wir mehr Menschen brauchen. Menschen, die zu Mitgliedern unserer Gesellschaft werden und ihren Beitrag leisten. Menschen, die Erzieherin, Lehrern, Ärzten, Kellnern überhaupt allen "Dienstleistern" Arbeit verschaffen. Menschen, die Steuern und Beiträge zahlen, Menschen, die wiederum Kinder in die Gesellschaft zu setzten. 

 

Aber Kinder werden als Privatvergnügen betrachtet. Wer heutzutage ein Kind auch nur schief anschaut, ihm als Lehrer eine schlechte Note gibt, etwas von ihm fordert, muss immer fürchten von den Eltern verklagt zu werden. 

Gleichzeitig fühlen sich Mütter gezwungen als Helikopter über ihren Kindern zu schweben, sie per GPS zu tracken, Hausaufgaben für sie zu erledigen, zum 3. Geburtstag Oscar verdächtige Parties zu schmeißen, nie zu ruhen und schon gar nicht zu klagen und dabei immer gestylt und sexy auszusehen. 

 

Die Geschichte von Lynette in der Serie "Desperate Housewifes", die sich Ritalin besorgt um all dem gerecht zu werden und ihre Frau zu stehen, ist leider so oder ähnlich bittere Realität. 

 

Ja, wir Frauen dürfen zum Glück selbst entscheiden ob und wann wir Kinder bekommen, wen wir heiraten, ob wir arbeiten gehen wollen. Aber müssen wir deshalb alles allein machen und müssen unsere Männer uns dafür ein Gehalt zahlen?

 

Ich finde nicht. Die Befürchtung und Diskussion, dass bei einem Grundeinkommen oder Müttergehalt die "falschen" Menschen sich wie die Karnickel vermehren ist tatsächlich schon über 100 Jahre alt. 

 

Es geht jedoch gar nicht darum um etwas zu betteln. Wir Mütter leisten Arbeit und zwar ohne geregelte Pausen- oder Ferienzeiten. Wir benötigen gerade weil wir Kinder haben mehr Geld. Und gerade weil unser Job mit so viel Macht und Verantwortung einhergeht, sollten wir auch Managergehälter beziehen (und ja, ich bin durchaus dafür, dass alle schon früh mindestens ein Grundwissen in Psychologie, Pädagogik, Teambildung, Haushaltsplanung und Führungsverantwortung bekommen  - das hätte so mancher Manager durchaus nötig). 

 

Gut, ein Hotelmanager kann auch schon mal für 70 Stunden Arbeit nur 3000 Euro Brutto verdienen. Dafür steht mancher gar nicht erst auf ...

 

Aber, wenn es mir als Mutter gut geht, ich mich von meiner Gemeinschaft wertgeschätzt und unterstützt fühle, wenn ich weiß, andere haben durchaus auch mal ein Auge auf und ein Wort für meine Kinder, dann können auch meine Kinder als wertschätzende und engagierte Mitglieder aufwachsen und diese Haltung wiederum in der Gesellschaft verwirklichen und weitertragen.

 

Unsere Kinder gehören uns nicht. Wir stellen uns in ihren Dienst und damit in den Dienst der Gesellschaft und daher hat sie, die Gesellschaft, ein existenzielles Interesse daran, dass wir ein angemessenes Gehalt bekommen. 

 

P.S. Die Ehemänner das Gehalt zahlen zu lassen, führt nur zu Abhängigkeiten und Machtspielen und von denen wollen wir uns ja gerade lösen. Deshalb auch weg mit dem Ehegattensplitting. 

 

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