Warum ich schamlos bin - und du das auch sein solltest

Ehrlich, in 49 Lebensjahren kannst du dich in Grund und Boden schämen, sehr schamhaft bis völlig verklemmt sein, als Mutter hast du unendliche Gelegenheiten dich fremdzuschämen, als Fernsehzuschauer auch. Und überhaupt gehört doch Scham zum guten Ton und ist Ausdruck deiner Erziehung.

Oder etwas nicht, du schamlose Person?!

 

Nö. 

 

Und ja. Das Gefühl der Scham entsteht tatsächlich in den ersten Lebensjahren, wenn unser Umfeld beginnt regulierend auf unsere Erforschung unserer Umwelt einzuwirken. Wenn wir etwas machen und ein "Nein" kassieren, vielleicht sogar Schimpfen und/oder Schläge. 

 

Bis zu einem gewissen Maß sorgt diese Interaktion dafür, dass wir lernen unser Verhalten zu kontrollieren und so zu dosieren dass wir und andere keinen Schaden nehmen. Es dient also sowohl unserer Impulskontrolle als auch unserer Sozialisation. 

 

Aber in dieser kontrollierenden Interaktion steckt auch viel Schmerz. Wir verlieren die bedingungslose Liebe unserer Mitmenschen, vorallem unserer Eltern. Wir erfahren uns als inkompetent oder sogar wertlos. Wenn wir diese Erfahrung nur oft genug machen, trauen wir uns fast gar nichts mehr (zu) und ziehen uns auch in uns zurück. 

 

Deshalb ist es so wichtig, dass wir Verzeihen können. Denn das bedeutet, dass wir verstehen, was in unserem Leben mit uns passiert ist und wir uns (in Anerkennung unserer Machtlosigkeit) und unseren Mitmenschen (in Anerkennung ihrer Unwissenheit) verzeihen und es damit loslassen können. 

 

Und dann kannst du aufhören, dich dafür zu schämen du selbst zu sein. Laut, und wild und wunderbar nämlich. 

 

Da es wie immer das Maß macht, ist ein überzogenes Schamgefühl, wie ein Giftpilz. Außerlich könnte man es für sehr gute Erziehung halten, aber unter der Oberfläche wachsen die Sporen und vergiften dein Selbstbewusstsein und deine Selbstsicherheit. 

 

Dabei bist du gar nicht auf der Welt um so zu sein, wie andere dich haben wollen. Du bist auf der Welt um deine Gaben, all deine wunderschönen Facetten zu leben und damit andere Menschen zu inspirieren und zu ermutigen, ihrerseits schamlos zu werden und ihr Licht scheinen zu lassen. 

 

Also: sei schamlos und wirkungsvoll und gehe lieber zu weit (aus deiner Komfortzone) als nicht weit genug.

 

Ich wünsche dir ein Herz voller schamloser Ideen und eine wirkungsvolle Woche.

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