Warum Männer und Frauen anders arbeiten MÜSSEN

Vor 21 Jahren als ich das erste Mal Mutter wurde, war für mich klar: ich arbeite weiter. Alles nur eine Frage der Organisation. Armel hoch und dann geht das schon. Da ich gerade erst meinen Betriebswirt gemacht hatte, musste ich mir erstmal einen Job suchen. Als meine Tochter dann 8 Monate alt war, trat ich eine Stelle als Sales Manager mit Home Office eines großen amerikanischen Unternehmens an. Meine Tochter ging 40 Stunden die Woche zu einer Tagesmutter. Das kostete ordentlich und war damals noch nicht steuerlich absetzbar, aber es blieb noch etwas übrig und ich musste keine Angst haben am Herd zu verblöden. 

Allerdings kam ich mit der "Eiskaltakquise", wie ich sie damals benannte, nicht zurecht und wurde nach 6 Monaten gefeuert. Schlecht für mich, da ich so zu wenig Anwartschaftszeit für ALG hatte. Das Gute war, dass mich eine befreundete Mutter auf den Düsseldorfer Spielplätzen einführte, wo die meisten Mütter nicht so piefig waren wie befürchtet und ich so die ersten Schritte meiner Tochter selbst erlebte.

Ich habe dann irgendwann wieder einen anderen Job angetreten und mich intensiv damit beschäftigt, wie ich mein Kind so ins Leben begleiten kann, dass es ein glücklicher Erwachsener wird. Schnell wurde klar, dass Kommunikation alles ist. Ein Klassiker, den ich damals las, war das Buch von Deborah Tannen "Du kannst mich einfach nicht verstehen", denn auch die Kommunikation mit meinem Mann gestaltete sich für mich in diesem Zusammenspiel von Elternschaft, arbeiten, den Alltag organisieren, noch Paarzeit haben, schwierig. Dank dem Buch "Laßt endlich die Männer in Ruhe: oder Wie man sie weniger und sich selbst mehr liebt" konnte ich viel gelassener mit vielen Situationen umgehen. Das Buch ist vielleicht inzwischen ein wenig antiquiert oder wirkt polemisch. Aber es gibt immer noch viel zu viele Frauen, die versuchen ihren Mann zu erziehen. Lass das!

 

Als ich mich nach einer längeren Pause nach dem dritten Kind wieder in ein Angestelltenverhältnis beworben habe, habe ich eine Menge Fehler gemacht. Ich war jung, dumm und brauchte das Geld ^.-

Und genau das ist das Problem. Wenn wir aus Angst heraus Entscheidungen treffen und handeln, kommt am Ende nur Mist für uns raus. 

Hier drei meiner wichtigsten Tipps für dich, wenn du nach der Elternzeit einen neuen Job suchst:

 

1. Erstelle erst ein Profil von dir. Befrage Freunde und Kollegen und überlege, was du in der Zeit mit deinen Kindern gelernt hast. Sei mutig und selbstsicher, wenn du deine Stärken auflistest und schreibe dahinter, was dein Arbeitgeber von dieser Fähigkeit hat.

2. Überlege dir, wie und wo du arbeiten willst. Mit jungen, alten Menschen? Mit Menschen in deinem Alter? in einem internationalen Konzern oder lieber in einem Familienunternehmen? Wie viele Stunden? Und was musst du verdienen? Was musst du verdienen um entspannt deine Kosten zu decken (einschließlich eines existenziellen Erholungsurlaubs!!!). Denn nur entspannte Mitarbeiter sind produktive Mitarbeiter.

3. Finde das Unternehmen, das zu dir passt und für das du eine Bereicherung bist und dann hol dir deinen Job! Eine echte Herausforderung dürfte in diese Falle für viele von uns, die Vorgehensweise sein, die die Trainer Dirk Kreuter und Christopher Funk in ihrem Buch "Verkaufen statt bewerben. Der direkte Weg zum Traumjob." vorschlagen. 

 

Und wenn du jetzt sagst "Für mich funktioniert das nicht. In meiner Branche geht das nicht. Ich muss nehmen, was man mir gibt. ", dann antworte ich dir:

 

Geht nicht, gibt es nicht. Wer will findet einen Weg. Dabei hilft es dir, wenn du dich hinsetzt und die richtigen Fragen stellst. Wie bspw. "Wie kann ich mich für diese Tätigkeit, die ich unbedingt machen will, qualifizieren? Kann ich den Job, obwohl ich die formalen Anforderungen nicht erfülle, aber mir alles selbst beigebracht habe (dann bist du eine richtige Powerfrau und kannst damit punkten!)? Wie bekomme ich Kinder und diesen Job unter einen Hut?"

 

WIE??? und WAS KANN ICH TUN UM ...??? öffnet dein Hirn für Ideen und Lösungen. Probier es ruhig aus.

 

Und last but not least:

Alle Menschen kochen nur mit Wasser. Aber dich, mit deinen Eigenschaften und deinen Fähigkeiten gibt es nur 1 x. Du bist etwas Besonderes. Das zu verinnerlichen und zu fühlen, kannst du jeden Tag üben, indem du dir jeden Morgen vor dem Spiegel deine besten Eigenschaften sagst und dich lobst.

 

Die Kleene macht es dir vor.

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