Warum wir vor vollem Kühlschrank verhungern

Seit Januar dieses Jahres mache ich intermittierendes Fasten. Mein Rhythmus ist, dass ich an drei Tagen in der Woche erst abends etwas esse. So komme ich auf Essenspausen von ca. 20 bis 24 Stunden. 
Es klappte leichter als erwartet, aber auch nicht immer. Zwischendurch habe ich mit einem täglichen 16/8 Rhythmus experimentiert, hatte da aber das Gefühl nur meinen Grundumsatz zu versauen. 

Warum ich faste? Weil ich nicht mehr ich selbst bin. Ich habe mir über die Jahre einen über 20 Kilo schweren Schutzpanzer angefressen und mich völlig verloren. Eines Tages wurde mir beim Blick in den Spiegel klar "Diese fette Planschkuh bin ich nicht." Ein Fremder hatte von mir Besitz ergriffen.

Letztes Jahr habe ich dann eine Darmreinigung und eine Stoffwechselkur gemacht. Da ich die Stabi-Phase der Stoffwechselkur nicht mehr durchgehalten habe, habe ich mit völlig versautem Grundumsatz wieder normal gegessen und dadurch mehr zugenommen, als ich vorher verloren hatte. Es war schrecklich. Selbst nach den Mahlzeiten hatte ich noch Hunger. Ich wurde irgendwie nicht mehr satt. Dazu die Vereinsamung, die sich in den letzten Jahren in mein Leben geschlichen hatte. Ich bin vor dem vollen Kühlschrank an Leib und Seele verhungert. 

Mit dem intermittierenden Fasten geht es mir deutlich besser. Aber ich will mehr. Ich will wirklich diesen ganzen Müll in mir und in unserem Haus loswerden. All dieser Quatsch, den man so anhäuft, weil man ihn vielleicht nochmal gebrauchen könnte. All das Zeug, dass ich in mich hineingestopft habe, um meine Leere nicht zu fühlen. 

Damit ist jetzt schluss! Ich faste bis Ostern. Heilfasten nennt man das auch. Ich nehme Brühe, Saft, Tee und Wasser zu mir. Keine feste Nahrung. 

Und ich faste Medien. Ich will, dass es leise und leer um mich herum wird, damit ich all die Vor-Stellungen von mir und meinem Leben, die mir im Weg stehen, erkennen und loslassen kann. Damit ich meine innere Stimme wieder höre und die geistige, die mich führt und die mir Gaben geschenkt hat, damit ich anderen Menschen helfen kann. Malen. Ja, meine Fastenzeit ist auch eine Auseinandersetzung mit meiner Malerei. 

Was nährt mich wirklich? Geistig, seelisch, körperlich und finanziell ... Vielleicht ist das auch eine Frage, die dich bewegt: Was nährt DICH wirklich?

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