Depressiv sein macht glücklich

Es ist noch nicht mal offiziell Winter und ich fühle mich jetzt schon wie nach drei Monaten Dunkelheit. 

Um mich herum kriselt es, sind die Menschen ausgebrannt, erschöpft, traurig, finden gerade keinen Sinn in ihrem Dasein. Und das, wo es uns wirtschaftlich doch allen gut geht, die meisten von uns leidlich gesund sind und wir nicht in einem Krisengebiet leben. 

Warum um Himmels Willen ist unser Leben dann so freudlos? Müssen wir uns einfach mehr zusammenreißen?

 

Heute Morgen habe ich gedacht; dass es ja heißt "Immer, wenn du glaubst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her ..." Ich sehe noch kein Licht - also geht noch was. 

Ja, das ist sarkastisch bis zynisch. Aber auch Galgenhumor ist gesund.

 

Wie sagte schon Walther Matthau "Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen."

 

Vor lauter "political correctness" gestehen wir uns nicht mal ein, wenn es uns schlecht geht, aber irgendwie nölen wir trotzdem die ganze Zeit rum. 

 

Ich finde, es sollte den Tag des Selbstmitleids geben. Das ist ein Tag, den man sich selbst verordnet. Ein Tag an dem es uns so richtig, richtig schlecht gehen darf, wir unseren ganz persönlichen Frustfeiergewohnheiten nachgehen wie im Bett bleiben, sich nicht anziehen, Berge von Schokolade essen, traurige Liebesfilme gucken, stundenlang heulen, mit niemandem reden und uns ganz und völlig elend fühlen.

Spätestens nach 10 Stunden fühlen wir uns so bäääh, dass wir dringend unter die Dusche müssen oder ein Bad nehmen und dann sauber ins Bett gehen können, wo wir dann aber nicht schlafen, weil wir ja schon den ganzen Tag abgegammelt haben. Also fangen wir an Ideen zu schmieden, Bücher zu lesen, zu recherchieren, zu kritzeln zu was auch immer. Und schon sind da Ideen für den nächsten Tag, die nächsten Wochen oder Monate. Ziele tauchen vor uns auf und werden für den Nächsten Tag auf die "To think about"- Liste gesetzt. 

 

Und schon hat es sich gelohnt, sich einen Tag Auszeit zu nehmen und komplett abzusteigen, denn ...

.... wenn man am Boden ist, gibt es nur eine Richtung, in die man sich bewegen kann - nämlich aufwärts.

 

(Achtung! Achtung! Solltest du nach einem Tag oder gar einer Woche nicht mehr auf die Füße kommen, solltest du unbedingt einen Arzt oder Therapeuten aufsuchen. Sich nicht mehr aufrappeln zu können, ist ein Zeichen für eine klinische Depression und in diesem Fall kratz bitte den letzten Rest Selbstliebe zusammen und hol dir professionelle Hilfe.)

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