Wie ich mein Piercing loswurde und mein Leben zurückbekam

Erst vor etwa zwei Monaten hatte ich spontan beschlossen mir ein Lippenpiercing stechen zu lassen. Und habe damit mein Umfeld ziemlich geschockt. Anfang der Woche hatte ich endlich die Ringe, die ich statt des Steckers tragen wollte. Heute morgen habe ich den Stecker rausgenommen. Endgültig.

 

Was ist passiert? Ich wollte doch schon immer ein sog. Medusapiercing haben. 

In meinen "wilden" Zwanzigern bin ich überwiegend mit Kostüm herumgelaufen. Marketingtante halt. Damals begegnete ich einer überirdischen sehr natürlichen Schönheit, mit goldbrauner Haut, die in ihren hellblonden Haaren vereinzelt Dreads trug und einen hauchdünnen Silberring um die Mitte ihrer Unterlippe trug. DAs sah sooo toll aus!

 

Irgendwann, so dachte ich damals, trag ich auch so einen Lippenring, und habe mir als Ersatzdroge ein Bauchnabelpiercing gegönnt. 

 

Kostüme trage ich inzwischen nicht mehr, obwohl ich doch irgendwie dieser "klassische" Typ geblieben bin.

 

Ich finde Piercings, Tattoos und Dreads toll. An anderen Leuten. Ich bin das irgendwie nicht.

 

Aber es war total wichtig, es ausprobiert zu haben. 

Jetzt kann ich es loslassen und mich anderen Dingen in meinem Leben widmen.

 

Wisst ihr, dass Sterbende am meisten die Dinge bereuen, die sie NICHT getan haben?

Unsere Erfahrungen bereichern uns, auch oder vllt gerade dann, wenn wir uns entscheiden, dass jetzt die Zeit für neue, andere Erfahrungen ist. 

 

Wir wissen nie, wie viel Zeit uns bleibt und ob morgen das noch wichtig ist, was uns jetzt Sorgen bereitet. Aber ALLE Erfahrungen sind wichtig und richtig, auch unser "Scheitern". 

Ich habe schon so viel erlebt, dass ich bereits mit Anfang Dreißig dachte, ich habe meine ganze Lebensenergie aufgebraucht - so intensiv hatte ich mit allen Höhen und Tiefen gelebt.

 

Jetzt ermöglicht mir mein Erfahrungsschatz meine Klienten dort abzuholen, wo sie stehen. Und, ich weiß, dass so manches "Versagen" sich am Ende als Sprungbrett zum größten Erfolg herausstellt. 

 

Wir müssen nur an den Punkt kommen, wo wir das Alte (Vorstellungen, Pläne, Kindheitsträume) loslassen und damit Raum für das Neue schaffen. 

Wenn wir immer festhängen in den Dingen, die wir immer mal machen wollten, ohne sie zu tun, geht das Leben an uns vorbei und wir fühlen uns eher tot als lebendig. 

 

Dann lieber machen, genießen, abschließen, Neues machen, genießen, abschließen. Oder auch nicht genießen, sich über den Erkenntnisgewinn freuen und eine neue Entscheidung treffen. 

 

Ich jedenfalls - Je ne regrette rien!

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Cyndy Maly (Mittwoch, 01 Februar 2017 18:10)


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  • #2

    Cornelia Porco (Donnerstag, 02 Februar 2017 13:09)


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